Opuntien

  1.      wirtschaftliche Bedeutung der Opuntien
  2.      was ist ein Kaktus?
  3.      Biologie der Opuntien
  4.      Standort und Klima
  5.      Ursprung und landwirtschaftliche Nutzung
  6.      Früchte
  7.      Blüten
  8.      Blattsprosse (Nopalitos)
  9.      Inhaltsstoffe
10.     Opuntien als Unkraut
11.     Ernährungsgrundlage für die Dritte Welt
11.1.  Früchte und Blüten

11.2.  Blattsprosse
11.3.  Viehfutter
12.     medizinische Bedeutung
12.1.  Diabetes
12.2.  Blasenschwäche und Prostata-Beschwerden
12.3.  Handelspräparate zur Nahrungsergänzung
13.  
   Farbstoffproduktion
14.     weiterführende Literatur
14.1.  Fachbücher
14.2.  wissenschaftliche Publikationen 
14.3.  weiterführende Links
15.     Autor


3. Biologie der Opuntien

Stammesgeschichtlich gehören Kakteen (Cactaceae) zu den "nelkenähnlichen" Gewächsen, einer Ordnung zu der neben den Nelken auch der Spinat und die Rüben zählen. Für fast alle Familien dieser Ordnung sind die Betalaine als Farbstoffe typisch.

Linné stellte 1753 die eigene Gattung Cactus L. auf, in der er die damals 22 bekannten Arten einsortierte. Mittlerweile hat es viele Versuche der systematische Erfassung gegeben. Man kennt heute über 300 Gattungen mit mehr als 2000 Arten.

Mexiko: mehrere hundert Jahre alte Opuntien-Bäume

Die Opuntien stellen mit über 200 Arten die größte Gattung innerhalb der Unterfamilie der Opuntioideae, bzw der Familie der Cactaceae dar. Zu ihr gehören die widerstandsfähigsten und anpassungsfähigsten Kakteen. Man unterscheidet mehrere Untergattungen: Cylindroopuntien besitzen zylindrische Stämme und Zweige, Tephrokakteen kugel- bis elipsenförmige Sprosse und die Opuntien (Nopalea) abgeflachte, scheibenförmige Sprosse.

 

Der Name Opuntia stammt wahrscheinlich von der im Altertum üblichen Bezeichnung für eine Distelart, die im Gebiet der Opuntiani, einem griechischen Volksstamm, verbreitet war.

Opuntien sind strauch- oder baumförmige, meist reich verzweigte Kakteen. Die Blätter sind nur winzige Schuppen, die schnell welken und abfallen. Die bei den Opuntien gelegentlich als Blätter bezeichneten Spross-Sukkulenten oder Kladodien sind evolutionsgeschichtlich gesehen sekundär abgeflachte Stammteile, deren unterschiedliche Ausrichtung für die Photosyntheseleistung der Pflanze über den ganzen Tag von Bedeutung ist (Becerra 1976). Die Areolen tragen neben den starken Stacheln noch Büschel borstenartiger Stacheln (Glochidien), die leicht in die Haut eindringen, aber schwer zu entfernen sind. Der bekannteste weil am weitesten verbreitete Vertreter der Opuntien ist die Art Opuntia ficus indica, die niedrige Büsche, aber auch baumförmige Gewächse bilden kann. Die Pflanze wird auch als Feigenkaktus, Indische Feige oder Feigendistel bezeichnet.

Peru, Opuntien-Blüte