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1. wirtschaftliche
Bedeutung der Opuntien |
11.2. Blattsprosse |
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In weiten Teilen der
ländlichen Bevölkerung vieler
Entwicklungsländern könnte der Feigenkaktus vor dem Hintergrund der
oftmals eintönigen Kost mit geringer Nährstoffdichte ein wichtiges
Nahrungsmittel werden. Der Feigenkaktus gedeiht noch in Gegenden, in denen andere
Nutzpflanzen allenfalls mit intensiver Bewässerung und Düngung überleben.
Mexiko, Mexiko-Stadt: fliegende Händler/nnen bieten frisch geschälte Opuntien-Früchte im Plastikbeutel zum sofortigen Verzehr an Die Anspruchslosigkeit der Opuntien lässt sie sogar noch wachsen, wo durch Jahrhunderte lange Monokultur degradierte Böden vorherrschen. Unter diesen Umständen kann vor allem die Bedeutung der Früchte zur Nährstoffversorgung der ansässigen Bevölkerung kaum hoch genug eingeschätzt werden. Wünschenswert wäre auch eine stärkere weltweite Nutzung der jungen Blattsprosse als Gemüse. Leider stoßen entsprechende Pläne teilweise auf starke Vorbehalte der Bevölkerung.
Auch die sich über einen langen Zeitraum, teilweise ganzjährig erstreckende Ernteperiode machen Opuntien als Obst- und Gemüselieferanten interessant, da andere Kulturpflanzen meistens nur ein- oder zweimal im Jahr geerntet werden können. Erythrea, Opuntien-Markt in Asmara Schon die Nutzung als Obstpflanze
hat eine gewisse Bedeutung: Spanien erzeugt zum Beispiel etwa 4700 Tonnen
Kaktusfeigen jährlich auf rund 8000 Hektar; Mexiko baut auf mehr als 15000
Hektar diese Pflanze an. Vor allem dort verarbeiten entsprechende Betriebe
die Früchte zu Getränken, Marmelade, Gelee, Trockenfrüchten, Sirup und
Fruchtpasteten. Eine geringere Rolle spielt die Zubereitung junger Sprosse
als Gemüse: Sie ist nur in Mexika und im Süden der USA üblich.
Mexiko, Teotihuacan: in unmittelbarer Nähe der Pyramiden gibt es ausgedehnte Opuntien-Felder Besonders wichtig können Feigenkakteen für die Länder der Dritten Welt sein, da ausgereifte Sprossteile als Viehfutter zu verwenden sind. Im Kaktus steckt viel Wasser: Es besteht zu etwa 90 Prozent aus dem wertvollen Nass, nach der Trockenzeit immerhin noch zu 75 Prozent. Damit kommt manche Viehherde in Dürregebieten über die Runden. Kamele und Ziegen schaffen es, selbst dornige Sprosse zu sich zu nehmen; Rinder sind da anspruchsvoller: Sie fressen nur dornenlose Kaktusteile. |