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10. Opuntien als Unkraut
Durch das
schnelle Wachstum der Opuntien und den relativ wenigen natürlichen Feinden kann
der Nopal auch zum landwirtschaftlichen Problem werden. Wenn man nämlich den Kakteenanbau
allzu sehr forciert, breiten sich die Stachelpflanzen schnell aus, so dass direkt daneben auf Dauer kein Acker bestehen kann.
Der Anbau sollte sich daher auf
Gebiete beschränken, in denen andere Gewächse sowieso keine Chance
haben, z. B. in extremen Trockenzonen. Landwirtschaftsexperten empfehlen außerdem, den Kaktus
immer nur teilweise zu verwerten; sonst würden laufend aufwendige
Neuanpflanzungen nötig.
Die Opuntie hat
besonders den Farmern in Australien
und später auch in Südafrika schon viel Kummer bereitet, indem sie
sich ungehemmt über große Weidegebiete verbreiten konnte. Millionen von
Hektar Weideland wurden unbrauchbar, da die dort gehaltenen Rinder die
bedornten Opuntien nicht fraßen. Die Ursache für die starke Verunkrautung
der Weidegebiete mit Opuntien lag vornehmlich im Fehlen der natürlichen Krankheits- und
Schädlingspopulationen des Ursprungslandes. In den 20er Jahren
befaßte sich das australische Parlament mit der Kakteenverunkrautung der
Weidegebiete, was zur Bildung einer Prickly Pear Destruction Commission
führte. Die Farmer standen diesem "Weideunkraut" fast hilflos
gegenüber, da weder Feuer noch die sonst zur Unkrautbekämpfung üblichen
Werkzeuge, wie Hacke und Buschmesser halfen. Ein Zerhacken oder Zerkleinern
der Opuntien ohne Wegräumen vom Felde führt nur zu einer weiteren
Vermehrung der Opuntienpopulation, da sich praktisch jeder Kaktusspross
wieder bewurzeln kann. Nur wenn die Kakteenreste in den Boden eingearbeitet
werden, kann man einen echten Bekämpfungserfolg erwarten. Erst durch die
Nachführung der natürlichen Schaderreger (Insekten, meist Lepidopheren,
Milben und Pilze, vor allem Cactoblastis cactorum und Dactylopius opuntiae)
konnten die Feigenkakteen zurückgedrängt werden. Diese Art der
Opuntienbekämpfung
ging überall auf der Welt als Paradebeispiel der biologischen
Unkrautbekämpfung in die Literatur ein (Franz und Krieg, 1982).
Doch wie jede Medaille zwei Seiten hat, gibt es auch bei dieser Maßnahme
eine Schattenseite. Während durch die biologische Bekämpfung Millionen
Hektar von Weideland in Australien von der Opuntienverunkrautung (Prickly
Pear Pest) befreit wurden, befielen dieselben nützlichen Schädlinge in
den 50iger Jahren die zur Futternutzung angepflanzten dornenlosen
Opuntien-Neuzüchtungen in Südafrika. Zur Abwendung dieses Schadens waren
die Farmer zunächst gezwungen, Insektizide einzusetzen. Später führte man
cactoblastis-resistente Sorten zur Sicherstellung der
Futterversorung in den Trockengebieten ein.
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