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1. wirtschaftliche
Bedeutung der Opuntien |
11.2. Blattsprosse |
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In Mexiko zählen ältere Opuntiensprosse (Nopal) zum Rauhfutter. Hoffmann (1983) hat die Gewinnung und Vermarktung ausführlich beschrieben. In beachtlichen Mengen wird dieses Futter in fast genormter Form regelmäßig in die Milchviehbetriebe des Nordens, z.B. in Saltillo geliefert. Die störenden Dornen werden vorher durch Abbrennen entfernt. In anderen Ländern ist die Futternutzung wegen der Dornen umstritten. Unstrittig ist, dass Wildbestände regelmäßig oder gelegentlich von Kamelen, Ziegen oder auch Rindern gefressen werden. Dies geschieht vornehmlich während der futterarmen Trockenzeit. Dabei spielt u.U. die Wasseraufnahme durch die Opuntiensprosse (Wassergehalt ca. 90%) eine größere Rolle als die Versorgung mit "Rauhfutter" (vgl. Matter 1984). Nach Benyounes (1984) werden verschiedene Opuntiensorten in ariden und semiariden Gebieten Marokkos angebaut, um einen Futterausgleich in der futterarmen Trockenzeit zu erreichen. Es wird eine Pflanzdichte von 2000 - 2500 Pflanzen/ha angestrebt. 6 - 8 Monate nach dem Pflanzen können die Felder in Nutzung genommen werden. Nach etwa 4 Jahren bringen sie einen Ertrag von 80 dt Frischmasse oder 6,7 dt Trockenmasse/ha. Hauptsächlich Schafe und Ziegen können auf diese Weise sowohl mit Frischfutter als auch mit "Kaktusmehl" gefüttert werden.
Mit dem Futterwert von Opuntien befassten sich vornehmlich Glanze und Weniger (1981) in Leipzig und Matter (1984) in Gießen. Die Futterqualität ist mit 90% Wasser sowie von nur 6% Rohprotein- und ca. 15% Rohfasergehalt in der Trockenmasse und einer Verdaulichkeit des Rohproteins von ca. 69% bei Rind und Schaf nicht als optimal anzusehen. Der Netto-Energie-Gehalt reicht für Wiederkäuer bei einer Gesamtfutteraufnahme von 50 kg/Tag beim Rind und 8 kg/Tag beim Schaf nur für den Erhaltungsbedarf aus. Hierbei ist der hohe Wassergehalt der limitierende Faktor, weil die Tiere dadurch keine ausreichenden Nährstoffe bzw. Energieträger aufnehmen können. Eine Verfütterung von getrockneter Opuntienmasse (Kaktusmehl) bringt eine wesentliche Verbesserung, die natürlich nur in Zusammenhang mit einer Intensivierung der Viehhaltung wirtschaftlich sein kann. So kommt eine Ziege mit etwa 1,2 kg grünen Kaktusteilen und 0,8 kg getrocknetem Kaktusfutter aus (Benyounes 1984). Während bei der Tierzucht, der hohe Wassergehalt also ehr hinderlich ist, kann in ariden Gebieten das in den Kladodien gespeicherte Wasser von eminenter Bedeutung sein. Es gibt Angaben, wonach der Tränkwsserverbrauch von Merinohammeln bei Verfütterung von frischen Kladodien nur 28 ml/tag betrug, während die Tiere beim Verzehr von luftgetrockneten Sprossen 1678 ml/Tag benötigten (siehe Matter 1984). Andere Angaben besagen, daß Jerseykühe kein zusätzliches Tränkwasser bei Verfütterung von 70 kg Opuntien brauchten, während sie bei Sorghumheu-Verfütterung 45 l Wasser/Tag aufnahmen. Unter diesem Aspekt kommt den Opuntien in sehr trockenen Gebieten mit schlechter Tränkwasserversorgung eine große Bedeutung zu. |