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1. wirtschaftliche
Bedeutung der Opuntien |
11.2. Blattsprosse |
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USA, Los Angeles: auch die hispano-amerikanische Bevölkerung mag Nopalitos aus der Heimat nicht missen. Immer mehr amerikanische Supermärkte bieten daher die Kladodien als Gemüse an Opuntien dienen
nicht nur dem Menschen sondern auch einigen Haustieren, wie Ziegen, Rindern,
Kamelen und Schafen sowie einigen wild lebenden Tieren als Nahrungsquelle: Bären,
Präriehunde und Hirsche (Tate 1969) (siehe
Viehfutter).
Mexiko, Zacatecas: Kaktusfeigenblätter werden auf den Märkten als Gemüse, bzw. Salat angeboten. Die frischen Blätter werden als Ganzes, in Streifen oder in kleine Stücke geschnitten und portioniert verkauft. Zusammen mit Tomaten und Zwiebeln ergeben die nopales einen fertigen Rohkostsalat
Zur industriellen küchenmässigen Verarbeitung der Blattsprosse bedient man sich in Mexiko elektrischer Maschinen. Die frisch geernteten Sprosse werden entdornt und gewaschen. Spezielle Schneidemaschine (Cortadora de Nopales) übernehmen das Zerkleinern der Sprosse. Auch im Rheingau wurde der Anbau von Opuntien zur Produktion von Nopalitos ohne größere Schwierigkeiten ausprobiert. Während einer relativ kurzen Zeit (Juni - September) fiel unter Folie eine Ernte an, die einem Hektarertrag von 275 dz/ha entspricht. Sowohl der Frisch- als auch der Trockenmasseertrag konnte durch Stichstoffdüngung erhöht werden (Barth 1986). Verglichen mit den heimischen Gemüsesorten schneiden die Erträge aber auch ohne Düngung noch recht gut ab.
Ob Nopalitos allerdings auf dem mitteleuropäischen Markt absetzbar sind, bedarf eines Versuchs mit gezielter Werbung. Positive Beispiele für die Erweiterung des Gemüse- und Obstangebots aus den letzten Jahrzehnten gibt es zahlreiche: Zucchinis, Auberginen, Avocados, Kiwis und Mangos. Erschwerend für die Vermarktung sind unsinnige EU-Gesetze aus Brüssel, z. B. die Novel-Food-Verordnung, die es kleine Kooperativen praktisch unmöglich macht, ihre Produkte in der EU zu vermarkten. In den USA und Kanada findet man vor allem Nasskonserven mit Nopal-Sprosse. Nach der Novel-Food-Verordnung werden Lebensmittel, die vor 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang bekannt waren, als neuartige Lebensmittel behandelt: Diese neuartigen Lebensmittel müssen ein aufwendiges Zulassungsverfahren durchlaufen. Was eigentlich für gentechnisch veränderte oder mikrobiologisch behandelte Lebensmittel gedacht war, wirkt sich jetzt negativ auf die Vermarktung von Produkten aus, die in anderen Kulturkreisen seit Jahrhunderten als Lebensmittel verzehrt werden. Den Kleinbauern ist somit praktisch der Export nach Europa verwehrt. Man stelle sich vor, die Verordnung hätte es schon vor 50 Jahren gegeben, Bananen oder Kiwis würde es bei uns nicht geben. |