Opuntien

  1.      wirtschaftliche Bedeutung der Opuntien
  2.      was ist ein Kaktus?
  3.      Biologie der Opuntien
  4.      Standort und Klima
  5.      Ursprung und landwirtschaftliche Nutzung
  6.      Früchte
  7.      Blüten
  8.      Blattsprosse (Nopalitos)
  9.      Inhaltsstoffe
10.     Opuntien als Unkraut
11.     Ernährungsgrundlage für die Dritte Welt
11.1.  Früchte und Blüten

11.2.  Blattsprosse
11.3.  Viehfutter
12.     medizinische Bedeutung
12.1.  Diabetes
12.2.  Blasenschwäche und Prostata-Beschwerden
12.3.  Handelspräparate zur Nahrungsergänzung
13.  
   Farbstoffproduktion
14.     weiterführende Literatur
14.1.  Fachbücher
14.2.  wissenschaftliche Publikationen 
14.3.  weiterführende Links
15.     Autor


6. Früchte

Der Mitteleuropäer kennt als essbaren Teil allenfalls die Früchte des Feigenkaktus, die bei uns gelegentlich zwischen Juli und November in Feinkostgeschäften oder Märkten angeboten werden. Opuntien bilden Scheinfrüchte, sogenannte Beeren, deren Fruchtknoten mit dem Achsengewebe verwachsen ist. Die Früchte des Feigenkaktus stehen fast ausschließlich am Rand der endständigen Platycladien. Sie sind mit etwa 5 - 8 cm doppelt so lang wie breit. Ihre Fruchtschale ist relativ dick und in regelmäßigen Abständen mit Areolen besetzt, die Glochidien tragen. Diese Tatsache gestaltet die Ernte schwierig und macht Handschuhen erforderlich, um die Stacheln gleich bei der Ernte zu entfernen.

Die Früchte der Opuntie sind saftig und stillen hervorragend den Durst. Das korallfarbene oder rote Fruchtfleisch mit seinen kleinen, dunklen, essbaren Kernen ist leicht säuerlich und hat ein blumiges Aroma. Vor allem als Frischobst, zur Saft- und Marmeladenherstellung eignen sich die exotischen Früchte. 

Die Kaktusfeigen reifen ausschließlich auf den endständigen flachen Blättern

In Mexiko, Nord-, Ost- und Südafrika trägt die Frucht in beachtlichem Umfang zur Ernährung der ländlichen Bevölkerung während der Sommermonate und in verarbeiteter Form auch in den übrigen Jahreszeiten bei. Überall da, wo der Feigenkaktus heimisch geworden ist und einen bestimmten Anteil an der Gesamtvegetation ausmacht, werden die Früchte von der ansässigen Bevölkerung für den Eigenbedarf oder zum Verkauf an Straßen bzw. auf den Märkten in den kleineren Städten der Region geerntet. Noch wenig ausgeprägt sind die industrielle Verwertung und der Handel, der durch die kurze Lagerfrist der Früchte beschränkt ist.

Die Erntezeit der Früchte beträgt einige Monate (Sizilien: 2-3, Mexiko: 4, Erithrea: 6) meistens beginnend mit dem Juli.
Um die Ernte gerade für die tägliche Frischobstversorgung der Kleinbauern oder als Nebenerwerbsquelle übers ganze Jahr ausdehnen zu können, wird in Mexiko zunehmend die Art Opuntia joconostle angebaut, die gleichzeitig 2 Generationen von Früchten trägt: Während im Juli/August noch die vollreifen Früchte des Vorjahres geerntet werden, trägt die Pflanze bereits die neuen noch unreifen aber schon zu voller Größe herangewachsen Früchte des neuen Jahres. 

Die Opuntienfrüchte werden meist mit Zangen oder Handschuhen gepflückt. Erreicht man die Früchte nicht mehr vom Boden aus, bedient man sich einfacher Pflückgeräte. Dabei sollten Verletzungen der Früchte vermieden werden, da diese Eintrittsöffnungen für Fäulniserreger darstellen. Für den Export bestimmte Früchte werden gereinigt und in Handelsklassen eingeteilt. 

Im Sommer werden die Kaktus-Feigen als Frisch-Obst auf unseren Märkten angeboten. Entweder sind die Früchte noch mit Stacheln versehen, in diesem Fall kann man sie mit einer Gabel aufspießen und schälen, oder sie sind bereits ohne Stacheln oder sogar schon geschält. Für Fruchtsalate werden die Kaktusfeigen in Scheiben geschnitten. Wer die Kerne nicht mag, kann das Fruchtfleisch einfach durch eine Gemüsepresse passieren und eine Coulis oder ein Sorbet zubereiten.

Die Früchte des Feigenkaktus sind in vielen Ländern der Welt eine beliebte Bereicherung des Speiseplans