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1. wirtschaftliche
Bedeutung der Opuntien |
11.2. Blattsprosse |
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Das Wort Kaktus stammt vom griechischen "kaktos", was die Bezeichnung für eine stachelige, distelähnliche Pflanze Siziliens war. Das heutige Bild des Kaktus wird geprägt von Hollywood-Western, Comics oder Zigaretten rauchenden, freiheitsliebenden Cowboys aus der Werbung. Mit Kakteen sind danach die meist riesigen Kandelaber-Kakteen gemeint. Aber auch der im ganzen Mittelmeerraum den Touristen zugängliche Feigenkaktus und die auf unzähligen Fensterbrettern als Mitbringsel vegetierenden Miniaturausgaben prägen das heutige Bild und lassen im Sprachgebrauch fast jedes fleischige, stachelige und bizarre Gewächs zum Kaktus werden.
Für den Kaktus typisch ist das Fehlen von Blättern, die Bestachelung, das geometrische Muster bestehend aus Stachelreihen, Höckern oder Rippen und natürlich ihr dickfleischiger Aufbau, der als Sukkulenz bezeichnet wird. Die Größe variiert dabei von nussgroßen Blossfeldia-Arten bis zu den tonnenschweren kandelaberartigen Pachycereus und Carnegiea oder teilweise über 20m hohen Pereskia-Arten, die als die primitivsten Kakteen gelten und unseren Laubbäumen am ehesten ähneln. Alle anderen Kakteen-Arten haben die Blattfunktion in die Stämme verlagert, die bei jungen Pflanzen noch grün sind, später aber zunehmend verholzen. Botanisch nicht korrekt ist die Bezeichnung der Dornen als Stacheln. Sie sind keine Auswüchse des Stammes, sondern umgebildete Blätter und wachsen aus filzigen Polstern, die Areolen genannt werden. Die Stacheln schützen vor Tierfraß und verringern die Wasserverdunstung, in dem sie an der Kaktusoberfläche die Luft "still" halten. Am unangenehmsten sind die nur wenige mm langen, sehr dünnen und spröden mit Widerhaken versehenen Stacheln, die sog. Glochidien, die für die Unterfamilie der Opuntioideae charakteristisch sind. Die Blüten der Kakteen besitzen keinen Stiel und entspringen meisten einzeln einer Areole. Die Blütezeit ist aufgrund der klimatischen Lebensräume, wo jede Oberflächenvergrößerung Nachteile mit sich bringt, um so kürzer je größer die Blüte ist oder sie ist auf die Nachtzeit beschränkt. Die Sukkulenz
(Dickfleischigkeit) ist das auffälligste Merkmal aller Kakteen. Dieser
Mechanismus der Oberflächenreduzierung, der auch von Pflanzen entwickelt
wurde, die nicht zu den Kakteen gehören, verringert die Transpiration
beträchtlich. Ein 1cm dicker Flachspross der Opuntien verliert ca. 200mal
weniger Wasser als ein gleichgroßes Buchenblatt. Kakteen kommen mit vergleichsweise wenig Spaltöffnungen aus, die sie zur Begrenzung des Feuchtigkeitsverlustes außerdem am Tage geschlossen halten. Da CO2 für die lichtabhängige Photosynthese also nur nachts aufgenommen werden kann, muss es vorübergehend an Brenztraubensäure angelagert und bis zum Morgen als Äpfelsäure gespeichert werden. Während tagsüber die Photosynthese wie bei den Mesophyten abläuft, nimmt der Säuregrad mit dem CO2-Verbrauch bis zum Nachmittag wieder ab. Der sich im Tagesverlauf ändernde pH-Wert des Zellsafts kann sogar geschmeckt werden. Riesenkakteen in Bolivien, Salar de Uyuni Leider sind immer mehr Kakteenarten von der Ausrottung bedroht. Weltweit schmücken Hobby- und Landschaftsgärtner gern ihre Fensterbänke, Gewächshäuser oder Gärten mit Exoten aus aller Herren Länder. Die Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) warnt zusammen mit der Internationalen Naturschutz-Union IUCN vor der Ausrottung vieler Kakteenbestände in der Chihuahua-Wüste in Mexiko. Dort kommt etwa ein Viertel aller weltweit bekannten ca. 1500 Kakteenarten vor. Der "Schwiegermutter-Sitz" ist in seinem natürlichen Lebensraum bereits nahezu verschwunden. |